Berlin hoch zwei.

Gut. Das Wochenende war hervorragend und Mutti und ich sind wieder gesund und munter Zuhause angekommen. Dennoch möchte ich Euch den Bericht zu unserer Rückreise nicht vorenthalten 😉 Denn sie war auf eine Art spektakulär. Auf eine andere Art irgendwie nervig und vor allem LANGWIERIG.

Unser Plan war es, früh am Busbahnhof zu sein, um einen guten Platz im Bus zu ergattern und nicht wieder hinter „nudistischen Indern“ zu sitzen. Wir waren also gefühlt eine Stunde vor Abfahrt des Busses am Bahnhof und hielten Ausschau nach unserem Gate. Ich vermutete, dass es das gate 62 sein musste, denn dort fuhren auch andere Busse nach Hamburg. Und in die Richtung wollten wir ja schließlich. Eine Weile bevor der Bus fahren sollte, guckte ich nochmal auf die Abfahrts-Tafel und dort stand CUXHAVEN 13:15 Uhr Gate 52. Ich überlegte kurz. „Oh ja, wir wollen ja nach Cuxhaven.“ Meine Mutti war schon begeistert von meiner Kunst, das richtige Gate zu finden und so gingen wir rüber zu dem anderen Gate. Als wir näher kamen, sahen wir die vielen Menschen, die dort bereits standen. Die Laune war kurz im Keller. Allerdings wollten all diese Menschen nicht nach Cuxhaven, sondern nach Esbjerg. Der Bus hatte Verspätung und somit standen sie noch alle an unserem Gate.

Als der Bus kam, kristallisierte sich langsam heraus, wer alles in unsere Richtung wollte und wer in den Esbjerg-Bus einstieg. Man hätte es auch an der Kleidung erahnen können. Man könnte sagen, dass die langweiligen Menschen unseren Bus nehmen wollten und die anderen Menschen den anderen Bus. Wir nannten sie „Kegelgruppe“, die Leute die dann zu uns kamen. Es waren diverse ältere Pärchen. Vielleicht 6-8 Personen. Sie fragten, wo wir hinwollten. Ich sagte Cuxhaven und dann sagte sie, dass sie noch weiter wollen. Ich guckte etwas verwirrt und sagte, dass ich gehofft habe, dass Cuxhaven das Endziel dieses Busses ist. Der Mann von der Frau, die diesen dusseligen Kommentar von sich gegeben hatte, meckerte schon mit ihr. Bitte schaut mal alle auf der Landkarte nach, wo Cuxhaven liegt und wo Gnarrenburg. Dort wollten sie nämlich hin und hatten scheinbar außer Acht gelassen, dass Cuxhaven das Ende von allem ist. Vom Bus, von der Autobahn A27, von der Bahn (Kopfbahnhof), von allem einfach 😀

Alle waren im Bus, als der Busfahrer bemerkte, dass der hintere Fernseher lose an einem Kabel von der Decke hing. Er versuchte kurz ihn wieder fest zu machen, schaffte es aber nicht und ignorierte ihn dann. Schon kurz nach dem Losfahren fing der Fernseher an wie wild durch die Gegend zu schwingen. Natürlich auch gegen die Scheibe. Mutti und ich hätten uns sehr über eine kaputte Scheibe gefreut. Es waren 33 Grad außerhalb des Busses und auch nicht viel weniger innerhalb. Nun ja … die Kegelgruppe fand das nicht so amüsant und war direkt in Aufruhr. Die erste Person ging nach vorne. Es war ein Mann der einen mit seinem Gelaber so wahnsinnig machte, dass man gern aus dem Dachfenster geklettern und vom Bus gesprungen wäre. Ich zumindest gern. Er sprach mit dem Busfahrer (den das alles recht wenig interessierte) und ergatterte einen Erste-Hilfe-Kasten. Als er an mir vorbeilief, war ich schon so genervt, dass ich sagte „Hoffentlich ist der nicht abgelaufen“. Es passierte was passieren musste und ich möchte betonen, dass ich diese Art von Mensch hasse, er sagte „Ne, ist noch bis 21 haltbar“. Wow. Meinte der wohl, dass meine Sorge ernst gemeint war? Natürlich nicht.

Ihr fragt Euch was er mit dem Erste-Hilfe-Kasten vor hatte? Er hat zwei Kotztüten aus dem Bus genommen und den Fernseher darin eingewickelt. Dann nahm er einen Verband und tüddelte ihn tausendmal um den Fernseher und anschließend befestigte er das Ganze an einem Griff neben der Toilette. Er bekam für sein Kunstwerk einen Applaus. Mutti und ich enthielten uns mit Klatschen. Wir waren noch mit Lachen beschäftigt und mit der Frage, was wir wohl verbrochen haben, dass wir mit diesen Leuten in einem Bus sitzen mussten. Gleichgesinnte Menschen (die es unter Euch vielleicht auch gibt) werden sich jetzt fragen: „Ja, war doch super, dass er das gemacht hat“. Ja kann schon sein. Aber es war nervig. All diese Menschen waren nervig und gaben dusselige Kommentare ab und ich hasse sie einfach :):)

Es waren insgesamt ca. 7 Leute, die alle nacheinander über die Fahrt verteilt zum Busfahrer gingen. Denn WLAN und Strom funktionierten auch nicht im Bus und die älteren Herrschaften waren allesamt sehr angepisst davon. Da soll doch nochmal einer sagen, dass die Jugend (da zähle ich mich gönnerhaft einfach noch mit zu) von heute immer nur am Handy hängt und sich nicht anders zu beschäftigen weiß. Als ob.

Was soll ich sagen? Es gab drei Staus aufgrund von Unfällen und Baustellen und wir fuhren bis Hamburg 6!!!! Stunden. Wir entschieden dann spontan, dass wir in Hamburg aussteigen wollten und die Bahn für den weiteren Weg nehmen wollten. Denn der Bus wäre noch über Bremervörde, Beverstedt, Bremerhaven gefahren. Und nun nehmt nochmal die Landkarte und geht diese Strecke mit dem Finger ab. Es wäre eine Katastrophe gewesen. Wir nahmen also die Bahn. Somit konnten wir am Bahnhof noch etwas essen, konnten auf Toilette, Mutti konnte eine rauchen und wir hatten im Zug Beinfreiheit und alles war entspannt. Zuhause angekommen sind wir um 21:37 Uhr. Das war ein langer Tag und ich kann den Flixbus zwar empfehlen, aber Ihr solltet Euch für den Tag nichts Besonderes mehr vornehmen, an dem Ihr mit dem Bus fahrt.

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