# 6

Er kam nicht in ihrem Traum vor. Ehrlich gesagt kam wohl gar nichts darin vor, denn sie träumte nichts. Zumindest konnte sie sich an keinen Traum erinnern. Sie schlief so fest, dass sie morgens super erholt und ausgeschlafen aufwachte. Und das sogar noch kurz vor Klingeln des Weckers.

Für die nächsten beiden Tage hatte sie im Büro gut zu tun und es war auch einiges an Kundschaft im Laden. Zeitweise war es etwas stressig, aber es waren immerhin die Kunden, die Ihr ihre Brötchen finazierten. Daher wollte sie sich nicht beklagen. Auch Sarah freute sich über die Menge an Menschen im Reisebüro. Sie mochte es, wenn es bunt und laut war im Büro. Wenn keine Kundschaft vor Ort war, dann war es oftmals ziemlich still in den Räumlichkeiten.

Als endlich Freitagmittag war, waren alle Mädels froh, dass sie endlich nach Hause und in ihr verdientes Wochenende gehen konnten. Es war einiges los in dieser Woche. Erst der wichtige Termin, das Gespräch am Mittwoch bezüglich des neuen Auftrages und die beiden vergangenen stressigen Tage. Aber nun war es geschafft und die Mädels plauderten noch einen Moment über ihre Wochenendpläne. Alle hatten etwas vor. Die Chefin machte einen Kurztrip nach Mailand, die Azubine war auf einem Geburtstag eingeladen, Sarah besuchte mit Sedrik einen Chinesisch-Kochkurs. Und Marie? Sie hörte sich gespannt die Pläne der anderen an, sie selbst hatte aber noch keine Pläne gemacht.

Sie fragte sich, ob das gut oder schlecht war. Auf der einen Seite wollte sie gern etwas unternehmen und unter Menschen kommen. Auch den Mädelsabend wollte sie gern bei sich abhalten. Auf der anderen Seite war es vielleicht auch mal ganz gut, runter zu kommen und einfach nur auf dem Sofa zu liegen und zu entspannen. Man nimmt sich viel zu selten die Zeit dafür. Sie schlenderte nach Hause und überlegte was sie heute noch anstellen würde. Sie entschied sich erst mal für ein Bad und nahm ihr neue Buch mit in die Wanne. Sie hatte sich neulich ein neues Buch gekauft und kam bisher noch nicht dazu, es zu lesen.

Als sie aus der Wanne stieg und sich abtrocknete, hörte sie den SMS-Ton ihres Handys. Sie ging ins Schlafzimmer zum Handy und warf einen Blick drauf. Plötzlich spürte sie die Schmetterlinge in ihrem Bauch. Sie tanzten und feierten eine Party beim Anblick des Displays. Es war eine Nachricht von Leon. Sie hatte an diesem Wochenende nicht mit einer Nachricht von ihm gerechnet und daher freute sie sich umso mehr darüber.

„Hallo meine Schöne. Hier ist super Wetter und die Stimmung ist gut. Die Frauen sind alle leicht bekleidet, aber weißt Du was? Irgendwie muss ich immer nur an Dich denken. Ist das zu schnulzig? Wenn ja, dann habe ich es nicht geschrieben. Wenn nein, ich denke immer zu an Dich und freue mich schon auf unser Treffen.“

Ach wie niedlich! Wobei Marie sich natürlich mal wieder Gedanken machte, wo die Jungs wohl Urlaub machen und warum die Frauen leicht bekleidet sind. Wird wohl Malle sein, dachte sie sich. Es machte sie ein wenig hibbelig, dass er sagte er würde viel an sie denken. Sie dachte natürlich auch an ihn und freute sich schon auf das Treffen. Allerdings wollte sie ihm das nicht ganz so offensichtlich zeigen. Sie wollte sich ihm schließlich nicht direkt an den Hals werfen, sondern etwas zurückhaltend wirken.

„Danke für die lieben Worte. Ich wünsche euch einen schönen Urlaub. Kannst Dich ja melden wenn Du wieder da bist.“

Sie hielt die Nachricht sehr knapp und legte das Handy dann erst mal wieder weg um sich fertig zu machen. Zwischenzeitlich hatte sich Janne für einen Kinobesuch angemeldet. Sie wollte Marie um 19:00 Uhr abholen und dann gemeinsam mit ihr einen Liebesfilm im Kino gucken. Das war ja schon mal fast wie Mädelsabend, dachte sich Marie und freute sich auf den Abend. Sie machte sich hübsch und schminkte sich ein wenig. Wann war sie das letzte Mal im Kino? Das muss schon ewig her sein.

Sie kam recht zeitig nach dem Film wieder nach Hause und ging direkt ins Bett. Scheinbar taten ihr die langen Nächte gut und der Körper verlangte danach. Da sie Samstag ausschlafen konnte, nutzte sie es komplett aus und schlief bis 13 Uhr. Ein Müsli und zwei Folgen ihrer Lieblingsserie später, machte sie sich auf in die Stadt. Sie wollte ein bisschen was einkaufen und brauchte noch eine Gesichtsmaske. Unterwegs traf sie noch eine alte Schulkameradin, mit der sie eine halbe Stunde quatschte.

Wieder Zuhause angekommen, machte sie sich die Maske, lackierte sich die Nägel, wischte Staub und machte nur Dinge, die ihr spontan in den Sinn kamen. Ein sehr entspannter Tag also. Gegend Abend musste sie an Leon denken und malte sich aus wie es wohl wäre, wenn er jetzt bei ihr wär. Vielleicht stellte sie sich auch nicht ihn vor, sondern nur wie es wäre, wenn überhaupt jemand bei ihr wär. Es wäre sicher schön…

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