# 7

Klar wäre das schön. Sie war nun ja auch schon eine Weile single. Und auch wenn das die meiste Zeit gar nicht so schlimm war, wie sie es sich damals nach der Trennung mit Erik ausgemalt hatte, fehlte ihr manchmal einfach etwas. Ein Mann halt. Jemand der sie umarmen würde wenn sie nach Hause käme. Jemand der mit ihr gemeinsam kochen und sich abends zu ihr ins Bett legen würde. Wobei…für das Kochen hat sie ja nun Leon. Bei dem Gedanken musste sie lächeln und wieder an ihn denken. Geschnetzeltes hatte sie sich gewünscht. Vielleicht würden sie ja auch noch einen Nachtisch kreieren. Oder vielleicht wäre sie sein Nachtisch? Huch, da war sie gedanklich wohl etwas vom Thema abgekommen.

In dieser Nacht schlief sie besonders gut. Denn sie hatte nicht nur sehr angenehme Träume und konnte am nächsten Tag ausschlafen, sondern es war Sonntag und Leon würde heute von seinem Ausflug wiederkommen. Insgeheim hoffte sie nämlich die ganze Zeit, dass er sich heute melden würde. Zumindest ein kleines Lebenszeichen. Das würde ihr schon ausreichen um happy zu sein. Sie bereitete sich ein Frühstück zu und aß es vor dem Fernseher. Allerdings wurde es danach etwas sportlicher, denn sie ging noch ins Fitnessstudio um ihre Übungen zu machen. Insgesamt war der heutige Tag etwas sportlicher und durchgetakteter als der Samstag. Marie überwies zwei Rechnungen, räumte ihren Badezimmerschrank auf und machte Ordnung in ihrer Wohnung. Es würde jetzt ja sicher nicht mehr lange dauern bis sich die beiden zum Kochen treffen würden und sie wollte auf jeden Fall vorbereitet sein, falls das Treffen bei ihr stattfinden würde.

Als sie sich gerade aufs Sofa setzen wollte, piepte ihr Handy. Ganz aufgeregt lief sie zur Kommode und schaute auf das Display. Er war es. Oh. Und wie er es war. Sie konnte ihren Augen kaum trauen.

„Hallo meine Schöne. Ich bin wieder zuhause angekommen und ich kann an nichts anderes denken als an Dich. Zu gern würde ich Dich heute noch sehen. Meinst Du, es wäre zu verrückt, wenn wir uns treffen würden? Würde mich freuen.“

Was schrieb er denn da? Ihre Wohnung war nun zwar auf Hochglanz poliert, aber ihr Körper war es in keinster Weise. Ihre Beine waren nicht rasiert, sie hatte ungewaschene Haare und frisch fühlte sie sich nach dem ganzen Haushalt nun auch nicht unbedingt. Was sollte sie nun bloß tun? So konnte sie sich auf gar keinen Fall mit ihm treffen. Und schon gar nicht in der Öffentlichkeit, wo sie womöglich auch von anderen Leuten gesehen werden könnte.

„Schön, dass Du wieder da bist 🙂 Puh, das kommt aber spontan. Da war ich jetzt gar nicht drauf vorbereitet. Aber … wir können uns gern treffen, wenn Du mir noch etwas Zeit für eine Dusche gibst. Wollen wir uns in einer Stunde im Park treffen?“

„Gern. Ich freu mich auf Dich :)“

Marie freute sich auch. Sie freute sich so sehr, dass sie Bauchschmerzen vor lauter Aufregung bekam und nicht mehr wusste wo vorne und wo hinten ist. Ganz durcheinander stieg sie in die Dusche und kümmerte sich erstmal um ihren Körper. Was sollte sie bloß anziehen? Nachdem sie mehrere Oberteile und Hosen querbeet im Raum verteilt hatte, entschied sie sich für ein Kleid. Es war keines mit Spitze und Tamtam, sondern ein einfaches Sommerkleid in dunkelblau. Der Ausschnitt war nicht besonders groß, aber er war da. Etwa knielang war es. Durchaus akzeptabel für ein erstes „richtiges“ Date.

Auf dem Weg in den Park war sie etwas aufgeregt und auch gespannt wie es wohl werden würde. Ob die beiden sich genau so gut verstehen würden, wenn sie einander persönlich gegenüberstehen? Ach, sie würde es ja gleich herausfinden. Warum also unnötig viele Gedanken machen?

Da war er. Sie sah ihn schon von Weitem. Er hatte ein Blümchen in der Hand. Kein gekauftes Blümchen, sondern ein gepflücktes aus dem Park. Niedlich irgendwie.

„Meine Schöne, ich habe Dir ein Blümchen gepflückt. Nur ein kleines, weil ich es für schwachsinnig erachtet habe, Dir eins zu kaufen was Du dann den restlichen Abend mit Dir rumschleppen musst. Dieses ist so klein, dass Du es auch in Deine Handtasche stecken könntest. Schön, Dich wiederzusehen!“ er umarmte sie und grinste über beide Wangen. Sie war echt glücklich in dem Moment, in dem er sie umarmte. Es fühlte sich so echt an, so vertraut, so gut.

Sie ginge spazieren und unterhielten sich viel. Leon berichtete von seinem Urlaub und von dem Junggesellenabschied seines Freundes. Marie musste lachen, als er erzählte in welchem Reisebüro er die Reise gebucht hatte. Es war das Reisebüro in dem sie arbeitete.

„Aber da war doch nur diese eine Frau. Dich habe ich gar nicht gesehen.“ sagte er verdutzt.

„Ja, weil ich für einen kurzen Moment den Laden verlassen hatte um etwas einzukaufen. Als ich wiederkam erzählte mir meine Freundin – sie heißt übrigens Sarah – von einem gutaussehenden Mann, den ich verpasst hätte. Das warst scheinbar Du.“

Dieses Rätsel wäre damit auch gelöst. Fein. Als es langsam spät wurde, beschlossen die beiden Richtung Maries Zuhause zu laufen. Er wollte sie ungern allein nach Hause gehen lassen, daher begleitete er sie.

An dem Haus angekommen ließen sie einander los. Sie hatten die ganze Zeit Händchen gehalten. Für Marie war das auf der einen Seite etwas schnell gegangen, auf der anderen Seite freute sie sich natürlich über seine Initiative. Sie standen voreinander und sahen sich in die Augen. Tief. Und die Zeit schien still zu stehen, denn Marie kam es so vor, als wäre der Moment einfach stehengeblieben und würde niemals enden. Doch er endete. Und zwar interessanter als erwartet. Plötzlich nahm Leon wieder ihre Hände, schob sie rückwärts bis zur Hauswand, drückte sie leicht dagegen und kam mit seinem Gesicht direkt bis vor ihres. Wieder schaute er ihr tief in die Augen, während er ihre Hände um seinen Hals gelegt hatte und mit seinen Händen ihre Hüften umfasste. Sanft strich er ihr über die linke Wange und küsste sie dann zärtlich. Als Marie realisierte was hier gerade geschah, erwiderte sie den Kuss und er wurde leidenschaftlicher. Es war ein sehr heißer und inniger Kuss und Marie merkte, dass Leon gern mehr wollte. Er presste seinen Körper an ihren, sodass sie eine leichte Erektion spüren konnte. Das machte sie natürlich umso wilder.

Doch er war ein anständiger Mann und beendete den Kuss vorsichtig.

„Heute bringe ich Dich nur nach Hause. Beim nächsten Mal vielleicht in die Wohnung. Schlaf gut meine Schöne und melde Dich morgen nach der Arbeit bei mir.“ dann küsste er sie noch einmal auf die Wange, drehte sich um und als sie im Haus verschwunden war, ging auch er nach Hause.

Wow, dachte sie, was war das bloß für ein Kuss. So hatte sie noch keiner geküsst. Und so viel Leidenschaft brachte ihre Knie zum Zittern – auch noch eine ganze Weile nachdem er weg war. Dafür gibt es auf jeden Fall Wiederholungsbedarf.

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