# 13

Seit drei Wochen waren die beiden nun ein Pärchen. Sie verbrachten jede freie Minute miteinander und lachten viel. Die Zeit mit Leon war für Marie einfach magisch. Sie konnte ihm alles erzählen und sich ihm anvertrauen. Er gab ihr das Gefühl von Geborgenheit und zeigte Verständnis für ihr Verhalten, ihre Launen oder ihre Einstellung zu bestimmten Dingen. Natürlich redete er ihr nicht nach dem Mund, aber er war oft ihrer Meinung. Es war, als hätten die beiden eine besondere Verbindung zueinander.

Heute Abend waren sie zum Essen verabredet. Marie war noch Zuhause, von wo Leon sie abholen wollte. Zwanzig Minuten hatte sie noch, bis er bei ihr auftauchen würde. Pünktlich würde er in jedem Fall sein. Pünktlichkeit lag ihm definitiv. Was Marie sehr schätzte, denn auch sie war kein Freund der Verspätung. Noch allerdings war sie selbst diejenige, die hinter der Zeit war. Am Ohr hielt sie das Handy – hatte sie doch noch schnell Sarah anrufen wollen um ihr eine schöne Reise zu wünschen (Der Urlaub mit Sedrik stand vor der Tür. Morgen früh sollte der Flieger gehen.) – und in der Hand hielt sie den Fön. Sie verabschiedete sich von Sarah und legte auf. Noch schnell die Haare geföhnt und das Kleid übergeworfen und schon sah sie wieder wie ein normaler Mensch aus. Geschminkt hatte sie sich bereits während des Telefonierens. Leon würde sie heute in ein besonders feines Restaurant ausführen, in dem Marie noch nicht war. Sie hatte den Namen mal gehört, aber mit Sarah war sie immer in weniger abgehobenen Etablissements.

„La Grande“ hieß das Lokal und dort war eine gewisse Abendgarderobe Pflicht. Das wollte Marie sich natürlich nicht zweimal sagen lassen und kaufte vergangene Woche dieses atemberaubend schöne Kleid, in welchem sie nun steckte. Gerade als sie ihren Lipliner noch einmal nachzog, klingelte es an der Tür.

Auch Leon sah an diesem Abend fabelhaft aus. Er trug einen dunkelblauen Anzug und eine lachsfarbene Krawatte. Was perfekt abgestimmt auf ihr lachsfarbenes Kleid war. Sie fuhren mit dem Auto einige Minuten Richtung Innenstadt und fanden erstaunlicherweise direkt vor dem Restaurant einen Parkplatz. Eigentlich untypisch für Berlin. Glück muss man haben!

„Das Essen war ganz fantastisch Leon! Vielen Dank für diesen tollen Abend! Es ist einfach so schön mit Dir! Ich genieße jede Sekunde und fühle mich so wohl in Deiner Gegenwart.“ Marie umarmte ihn und hielt ihn einen Moment länger fest, als üblich für eine Umarmung. Sie wollte ihn nicht loslassen, wollte irgendwie nicht, dass der Abend endet. Für einen Moment blendete sie das Drumherum aus. Sie standen vor dem Restaurant auf dem Gehweg, einige Menschen gingen an ihnen vorbei, einige schmunzelten, einige schauten sie merkwürdig an. Aber Marie bekam von alldem nichts mit, denn sie war verliebt. Einfach verliebt.

„Wie wäre es, wenn Du noch mit zu mir kommst und wir noch eine heiße Schokolade zum Abschluss dieses Abends trinken? Ich habe sogar Sahne da und kleine Marshmallows.“ Marie strahlte ihn an und hoffte inständig, dass er die Frage bejahen würde. „Na klar! Heiße Schokolade wäre klasse. Aber einen Gute-Nacht-Kuss kriege ich doch trotzdem, oder?“ Marie musste schmunzeln. Den bekam er. Einen verfrühten gab sie ihm gleich auf der Stelle.

So fuhren die beiden mit Leons Auto wieder zu Maries Wohnung und wärmten sich bei einer heißen Schokolade auf …

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