Was will ich?

Eine gute Frage ist das. Eigentlich sollte man meinen, dass einem die Antwort darauf recht schnell einfallen sollte. Zuerst einmal muss man dafür aber wissen, auf was die Frage bezogen ist. Lasst uns gemeinsam drüber nachdenken …

Worauf bezieht jeder von uns diese Frage, wenn er sie vor sich auf einem Zettel stehen hätte?

  • Was will ich in meinem Leben erreichen?
  • Was will ich für Deko im Herbst in meinem Haus haben?
  • Was will ich für einen Partner an meiner Seite haben?
  • Was will ich für einen Körper haben?

Es gibt viele verschiedene Denkansätze. Doch nur weil man sich für einen Ansatz/eine Ausgangsfrage entschieden hat, hat man die Frage noch lange nicht beantwortet. Nun beginnen die eigentlichen Überlegungen. Und die können einem den letzten Nerv rauben.

Neben wir mal folgende Frage: Was will ich aus meinem Leben machen?

Man will das Beste aus seinem Leben rausholen, dennoch ist man oft zufrieden mit dem was man bereits hat und möchte ungern etwas verändern. Wir haben in der Regel mehr Angst vor einer Veränderung, da wir vermuten, sie könnte schlecht sein, als zu stagnieren. Doch wie passt das zusammen?

Wie kann man stehen bleiben und sich trotzdem weiterentwickeln?

Mit dieser Frage beschäftige ich mich seit einer ganzen Weile und ich komme nicht nicht zu einer Antwort, sondern komme jedes Mal auf unterschiedliche Antworten. Zunächst einmal muss man für sich entscheiden, auf welchem Gebiet man sich weiterentwickeln möchte oder in welche Richtung es gehen soll. Was muss dafür getan werden? Was hat welche Priorität?

Beispiel:

  • Reise machen
  • Geld sparen
  • Mehr Zeit für Hobbies haben

Für die Reise braucht man Geld, das könnte man sich durch einen Nebenjob dazuverdienen. Jedoch hat man dann weniger Zeit um z. B. Sport zu machen. Eine Reise kostet Geld, das bedeutet, dass man Geld ausgibt statt es zu sparen.

Aufgabe: Prioritäten setzen!

Wofür will man das Geld sparen und ist einem das Sparen wichtiger als der Urlaub? Wäre es vielleicht möglich, dass man für eine Weile auf die Hobbies verzichtet bzw. sie einschränkt um sich durch den Nebenjob Geld zu verdienen für den Urlaub? Könnte man einen günstigen Urlaub statt eines teuren Urlaubs buchen und den eingesparten Teil des Geldes zurücklegen?

Das war nur ein Bruchteil der Fragen bzw. Gedankengänge, die entstehen, wenn man sich fragt, was man will. So könnte man es mit jeder Fragestellung machen. Vom Partner bis zur Sofafarbe.

[Achtung, wir verlassen das Nichtschwimmer-Becken für einen Tiefgang]

Das Wichtigste ist, dass man sich auf der einen Seite nicht zu viele Gedanken macht, aber auf der anderen Seite gerade genug Gedanken um mit sich selbst im Reinen zu sein. Aber auch diese Phase geht vorbei. Man kann nicht immer zu 100 % mit seinen getroffenen Entscheidungen zufrieden sein. Manche Entscheidungen bereut man und einige sind unsere Lehrer. Wer sagt denn, dass man nur ans Ziel kommt, wenn man mit Navi fährt? Und wer sagt uns, dass das Navi uns nicht in die Irre führt? Also lieber mal falsch abbiegen, eine Menge Erfahrungen sammeln und über Umwegen ans Ziel kommen, als immer das Gefühl haben, dass ein Abbiegen an der einen oder anderen Stelle sicher sinnvoll gewesen wäre. Hätte hätte, Fahrradkette.

Macht was Ihr wollt. Was Ihr jetzt wollt. Und morgen macht Ihr was Ihr morgen wollt.

xoxo
Eure Alex

Smalltalk – und warum er mich anwidert.

Niemand will wissen wie es Dir geht. Und niemand will wissen was Du wirklich denkst und fühlst. Also behalte es bitte für Dich und belüge Dich und die Menschen um Dich herum.

Tja, es hört sich hart und weit hergeholt an. Aber das ist es keinesfalls. Hart schon. Zumindest für diejenigen – wie mich -, die sich damit genauer befassen und gewisse Handlungen für sich bewerten und analysieren. Mir wird oft gesagt, ich denke zu viel. Mache ich in der Tat. Aber ich denke mir ja nichts aus und ich bin auch nicht unrealistisch in meinen Gedanken. Meist zu optimistisch und immer viel zu hoffnungsvoll, aber trotzdem realitätsnah. Ich möchte Euch gern ein wenig mit in meine Gedankenwelt zum Thema „Smalltalk“ nehmen…

Folgende Situation gab es neulich:
Ich laufe über den Flur und bemerke einen Kollegen vor mir, den ich recht selten sehe. Ich: „Na junger Mann.“
Er: „Ach Alex, wie geht es Dir?“
Ich: „Naja, muss ja. Und Dir?
Er: „Immer nur halb so gut wie Dir.“
Wir grinsen uns an, er geht in sein Büro und ich gehe zu meinem.

Was das Problem war? Nunja, hier hat es niemanden interessiert, wie es dem anderen geht. Es wurde gefragt, ja. Aber wissen wollte es eigentlich keiner von dem anderen. Und leider erlebe ich das nicht nur einmal im Monat, in der Woche oder am Tag, sondern ständig. Manche Menschen habe ich es schon wissen lassen, wie fürchterlich ich Smalltalk finde und dass ich das nicht brauche. Natürlich auf die freundliche Art 🙂 Ganz Sekretärin. Aber mal ganz im Ernst: Warum verschwenden wir so viel Zeit unseres Lebens mit diesem überflüssigen Smalltalk? Wenn mich ein Kollege anruft und mir eine Aufgabe per Telefon geben will, warum fragt er mich dann erst noch ewig aus wie es mir geht? Wenn ich ihm dann nämlich antworte, dass es mir gerade nicht so gut geht, dann kommen Antworten wie „das ist ja doof, Du ich habe hier folgende Aufgabe“ oder so. Geil war auch einmal „Du hast so eine tolle Telefonstimme, das ist mir neulich schon aufgefallen. Demnächst müssten mal Leute angerufen werden, würdest Du das netterweise übernehmen? Mit Dir möchten die Leute sicher lieber telefonieren als mit mir“. Ich weiß leider genau, dass es nicht um meine Stimme ging, sondern darum, dass er diese Aufgabe gern verteilen wollte.

Hier muss ich leider sagen: mit mir kann man Klartext sprechen. Wenn man etwas von mir erledigt haben möchte, dann muss man mir das nur sagen und ich mache es (meistens). Man muss mir keine nicht ernst gemeinten Komplimente machen, mich nicht fragen wie es mir geht (wenn es einen nicht interessiert) und mich nicht vollsabbeln – einfach fragen und gut. Natürlich gehört es zu unserer Gesellschaft, dass man leichte Konversation betreibt. Wenn man sich im Fahrstuhl trifft, dann wird immer über das Wetter gesprochen. Ist ja auch ok. Für mich persönlich auch schrecklich weil es im Grunde niemanden interessiert, aber es ist ok.

Was für mich leider noch erschrechend hinzukommt, ist, dass man nicht nur mit Fremden oder Kollegen Smalltalk betreibt, sondern auch teilweise mit der Familie oder mit Bekannten/Freunden. Man schreibt sich ab und zu und fragt wie es dem jeweils anderen geht. Man fühlt sich dazu gezwungen dem anderen zum Geburtstag zu gratulieren und man denkt ab und zu „oh, wir müssten uns mal wieder treffen“. Aber will man das auch? Hätte man sich nicht schon längst getroffen, wenn man es wirklich gewollt hätte? Hm. Kann man so oder so drüber denken. Mich stört daran aber besonders, dass man im Zeitalter von Whatsapp und Co. so viel redet und schreibt, aber so wenig damit sagt. Jeder schreibt mit jedem und jeder ist mit jedem bei Facebook befreundet. Aber wem würde man von seinem Liebeskummer erzählen? Wen würde das interessieren und wer würde einem Tipps und Ratschläge geben? Das kann nur jemand, der Dich nicht fragt wie es Dir geht, denn dieser jemand weiß wie es Dir geht. Und er weiß es teilweise besser als Du selbst. An dieser Stelle möchte ich ein kleines Herz an zwei besondere Personen senden <3.

Ich habe seit einer Weile ein kleines Experiment laufen. Wenn mich bestimmte Leute fragen wie es mir geht, dann antworte ich ehrlich. Und wenn ich an dem Tag sagen muss, dass es mir scheiße geht, dann sage ich das auch. Ich will die Reaktionen von den Leuten sehen und will wissen, wer sich wirklich dafür interessiert warum es mir an diesem Tag scheiße geht. Je nach Reaktion weiß man dann für sich selbst auch, wie viel man von sich zukünftig preisgibt und wie man mit den Leuten umzugehen hat. Der Kollege, den ich am Anfang nannte, gibt immer solche Antworten wenn man ihn fragt wie es ihm geht. Mittlerweile gebe ich immer bestimmte Antworten zurück, weil ich weiß, dass ich mich in dem Moment wieder in einem Spiel befinde. Oder mit anderen Worten: in einem Film.

So oft komme ich mir vor, als wäre ich Schauspielerin und mein Leben wäre ein Blockbuster. Wenn ich alt bin, dann möchte ich gern mal eine Biografie schreiben und so wie ich die Sache sehe, ist in meinem Leben schon genug passiert, dass ich genügend Stoff für einen Blockbuster beisammen hätte. Aber muss es denn sein? Muss man immer nur Dinge vorspielen? Gefühle vorspielen? Gute Laune vorspielen?

Abschließend möchte ich Euch gern einen Spruch mit auf den Weg geben der in meinem Büro in Form einer Postkarte hängt:

„Ich will gar nicht perfekt sein, dann mögen mich nur die falschen Leute.“